Mikosch, Joschi und Roma

WIR SIND BIRGITs KATZEN

Donnerstag, 26. Januar 2012

Mikosch hat FIP - 26.01.2012



Heute ist Donnerstag, seit gestern ist zu 100 Prozent sicher, dass Mikosch FIP hat. Es ist so ein Wechselspiel der Gefühle.

Nach einem sehr guten Gespräch mit meiner Hausärztin weiß ich jetzt, dass ich ihn, wenn nicht noch andere Komplikationen auftreten, einfach einschlafen lassen kann, nicht einschläfern lassen muss. Das beruhigt mich ungemein. Meine Hausärztin ist auch Palliativmedizinerin und ich denke, wenn sie das nicht einschätzen kann, wer sonst? 

Viele würden mit so einer Frage umgehen als wäre sie nichtig, weil es ja "nur" ein Kater ist, sie hat es so behandelt als wäre er ein Mensch. Das war großartig. Es beruhigt mich zudem sehr, dass er gehen darf, wann immer es Zeit dafür ist und ich bin ja da falls etwas "aus dem Ruder laufen" sollte. 

Aber meines Erachtens werden Tiere zuweilen eingeschläfert, um das Leiden der Besitzer zu verkürzen. Das gilt nicht für all die Menschen, die ich kenne, die ihre Tiere so hingebungsvoll lieben, die sich diesen Schritt so schwer machen und dann geht es einfach nicht mehr. 

Doch im Fall von Mikosch wird es so sein, dass er wohl irgendwann nicht mehr frißt, trinkt und hohes Fieber hat - das haben auch Menschen im Endstadium von Krebs, die dann in eine Art tiefen Traum hinüberdämmern bis sie schließlich ganz einschlafen. 

Man mag von meiner Einstellung halten was man möchte, aber ich will, dass er in Würde stirbt - das ist FÜR MICH würdevolles Sterben. 

Mein Kater hält sich sehr wacker, ist aber müde, zuweilen hat er etwas Fieber, aber Leckerle fressen, das geht irgendwie immer. Und es ist mir egal, was er frisst. Er trinkt auch, nimmt seine Umgebung wach wahr und schmust mit Begeisterung. 

Meine zwei Katzendamen müssen die Situation auch irgendwie verarbeiten. Sie merken es beide. 

Jetzt ist er grade wieder aufgewacht zu meinen Füßen, schaut mich frech an, aber dieser Blick wird immer seltener, immer öfter ist er müde, nicht ausdrucklos, halt anders. 

O.k. und jetzt kommt er, setzt sich auf die Laptoptastatur und will gestreichelt werden. Da ist noch VIIIIEL Leben! 

Macht mich glücklich. 


Mikosch hat FIP

Ich hab mir lange überlegt, ob ich über die letzte Zeit, die ich gerade mit meinem Kater Mikosch erlebe, etwas hier schreiben will, hab mich dann heute dafür entschieden, weil es für mich wichtig ist und anderen evtl. auch helfen kann. 

Eigentlich wollte ich in diesem Blog, ganz ganz viel über meine drei großartigen Katzen schreiben, doch wie das oft so ist, dann verschieben sich die Prioritäten halt zuweilen. 

Nun sind Mikosch und Joschi 11 Jahre alt, Roma 6. Jeder wünscht sich für seine Katzen ein ultralanges Katzenleben und Hauskatzen werden ja oft auch bis zu 20 Jahre alt. 

Mein roter Kater Mikosch war in letzter Zeit etwas müder, hat ein bisschen abgenommen und sein Fell wurde stumpfer. Ich dachte noch, dass ihm mal Blutabnehmen lassen könnte, dass ihm irgendwas fehlt, vielleicht an der Schilddrüse oder ein Mineral, halt nix Schlimmes ansich. 

Nun spitzte sich die Situation, sein Bauch wurde etwas dicker und wir sind dann früher als geplant zum Tierarzt.  Die machten ein Röntgenbild, nahmen Blut ab, punktierten den Bauch (kam nix raus) und es stand erstmals die Diagnose FIP im Raum, auch dass das sehr ernst wäre, man operieren würde, um zu sehen, ob es evtl. noch eine andere Ursache ist, ihn dann aber besser nicht mehr von der Operation aufwachen lassen soll, um ihm weiteres Leiden zu ersparen. 

Was soll ich sagen? Da steht man da, geplättet, hat erstmal keine Ahnung, was FIP ist, soll es innerhalb von Tagen einschläfern lassen das zieht einem den Boden weg. 
Er hat noch Antibiotika und Cortison, auch eine Infusion bekommen und "durfte" heim. 

Ich hab dann erstmal ganz viel über FIP im Internet gelesen, was nicht unbedingt zur Entspannung beigetragen hat, aber mir auf jeden Fall soweit weiterhalf, dass unbedingt eine Zweitmeinung und ein Ultraschall gemacht werden muss. Den hab ich in der Tierklinik in Oberhaching machen lassen und mein Katerle war extrem tapfer. 

Die Ärztin konnte Flüssigkeit aus dem Bauch ziehen, der Schnelltest hat die Diagnose FIP weiter bestätigt, auch das Gesamtbild passte halt irgendwie, aber es wird noch eingeschickt und erst dieses endgültige Untersuchungsergebnis entscheidet darüber, ob die OP nicht doch nötig ist, ob es evtl. also nicht doch eine andere Erkrankung sein könnte. Die Ärztin ist diesbezüglich aber eher pessimistisch. 
Das endgültige Ergebnis kam gestern: es ist FIP!

Sie sagt, ich soll ihm noch eine schöne Zeit machen, und dass er noch ungefähr ein bis zwei Wochen zu leben hat. 

Heute ist Montag, der 23.01.2012, seit Samstag geht es ihm eigentlich stetig besser, drum kann man das kaum glauben, aber ich denke, die Tierärzte so einer Klinik haben genug Erfahrung, sagen sowas nicht einfach so. 

Im Moment schläft er mit dem Kopf auf meinem Fuß sieht sehr friedlich aus, hat heute mit einer Fellmaus gespielt, war nicht anders als ich ihn in gesundem Zustand meist kenne, hat gefressen, getrunken, hatte kein Fieber und sein Fell wird wieder seidiger. Ich freu mich darüber und es ist schwer zu glauben, dass es ihm bald so schlecht gehen wird, dass er stirbt. 

Ich hab drei sehr unterschiedliche Katzen, die ich gleich behandeln will, aber ich glaub, jeder kennt das, dass einer "mehr Herz" gehört. Ohne meinen großartigen Katzenmädels weh tun zu wollen, aber ich hatte immer gehofft, dass der Kater als letzter gehen würde. Er ist so ein Kampfschmuser, er kann in meine Seele blicken, und es war und ist eine ganz besonders enge Beziehung zwischen uns beiden. 

Nach dem ärztlichen Behandlungsfehler hat er meine Verzweiflung oft regelrecht "weggeschnurrt", er hat eine unheimliche Gabe, inneres Chaos wieder heil werden zu lassen. Er hat auch viel Leere nach dem Tod meiner Mama gefüllt.

Wenn ich ihn jetzt schnurrend im Arm habe, er mir mit der Pfote über die Wange streicht, dann weiß ich, dass er mir nur noch für sehr kurze Zeit gegeben ist. Da zerreißt es mir fast das Herz. 




Samstag, 22. Dezember 2007

Schnurrige Weihnacht



Hallo, wir sind`s: Roma, Mikosch und Joschi. Wir schauen diesen drei Kätzchen hier sogar recht ähnlich! Gaaanz lange Zeit haben wir gar nichts getippt. Es war einfach zu viel los. Unsere Birgit war teilweise echt total verzweifelt, weil so gar nichts klappen wollte.
Jetzt hat sie uns gesagt, daß wir im März in eine ganz tolle Wohnung umziehen werden, in der dann ein 14 m²-großen Balkon für uns da ist. Das sind natürlich super Aussichten - im wahrsten Sinn des Wortes. Hier fühlen wir uns aber auch recht wohl, die Wohnung gefällt uns, weil wir immer wieder was Neues zum Reinkriechen finden.
Dieses Jahr feiert die Birgit Weihnachten nur mit uns alleine - wir freuen uns. Allerdings ist unsere Menschenmama oft so traurig, sie vermißt unsere "Oma". Wir schaffen das aber immer ganz gut, daß wir ihr den Kummer wegschnurren.
Also wir wünschen allen "schnurrige Weihnachten", denn wir schnurren ja meist, wenn wir uns wohl fühlen und das wünschen wir jedem auf Weihnachten, daß in den Familien durch den ganzen Streß kein Streit sondern ein "Wohlfühlgefühl" da ist, daß jeder eine gute Zeit hat.








Samstag, 3. November 2007

Ich bin die Roma



Hallo, ich bin die Roma!
- Principessa di Villa Adriana -


Ich lebe erst seit zweieinhalb Jahren zusammen mit Mikosch, Joschi und meiner Birgit. Die Birgit war im Mai 2005 in Rom. Dort hat sie sich die Villa Adriana bei Tivoli angeschaut. Auf dem Rückweg ist sie dann bei der kleinen Zoohandlung vorbeigekommen, in der ich in einem Hasenkäfig eingesperrt war. Dort war es furchtbar. Ich bin in einem ganz heißen Fenster gestanden, wurde pausenlos einfach an meinem Köpfchen rausgezogen und haben wollte mich auch keiner. Konnte ich eigentlich nicht verstehen, denn ich bin eine Thai-Katze, die sind mit den Siamkatzen verwandt. Als die Birgit nun vor dem Schaufenster stand, da habe ich mich mit aller Kraft mit allen vier Pfoten ins Gitter meines Verschlags reingekrallt und versuchte so traurig wie möglich zu schauen. Anstrengen mußte ich mich da nicht sehr, denn ich war ja auch sehr verzweifelt und gequält. Als sie an diesem Tag weggegangen ist, da dachte ich, daß mich eh nie einer hier rausholt, egal wie ich auch immer schaue. Doch am nächsten Tag kam sie wieder, sie hatte mich nicht vergessen, hat mich auch schon bezahlt und zu mir gesagt, daß sie mich in fünf Tagen holen kommen würde, so lange müßte ich noch durchhalten. Ein richtiges Abenteuer habe dann erlebt. Ich durfte erst noch im Katzenkörbchen in die Villa Adriana, danach bin ich 1 Stunde mit Bus und U-Bahn zum Hauptbahnhof von Rom gefahren. Von dort aus mit dem Schlafwagen nach München. Im Schlafwagen habe ich meine ersten Schritte in Freiheit gemacht. Eine Woche bin ich in der Wohnung von Birgits Mama in München geblieben bis ich wieder in einem Schlafwagen nach Essen transportiert worden. Dort hat ein sehr frostiger Empfang auf mich gewartet. Mikosch hat mich sofort angefaucht und vor lauter Angst erbrochen. Wochenlang hat er mich hysterisch angeschrien, fauchte und wollte raste in Panik an mir vorbei. Seine Schwester, die Joschi, war da etwas cooler, die ließ mich dann auch irgendwann neben sich liegen. Von meiner Seite aus war das bei Mikosch und mir "Liebe auf den ersten Blick" - nur leider kapiert der das nicht.
Meine neue Mama, die Birgit, sie hat sich echt viel Mühe mit mir gegeben, aber ich konnte am Anfang einfach noch nicht anders sein. Irgendwas in mir drin hatte furchtbar viel Angst und drum habe ich auch soviel gekratzt und gebissen. Auch wenn ich die Birgit oft total zugerichtet habe, so hat sie immer zu mir gesagt, daß sie fest daran glaubt, daß ich irgendwann mal ganz normal und lieb sein werde. Ganz viele, die bei ihr zu Besuch waren, die haben gesagt, daß sie mich doch weggeben soll und daß ich wohl immer so bleiben werde. Die Birgit hat an mich geglaubt, die hat mich nie aufgegeben.
Jetzt, nachdem ich gut zwei ein Viertel Jahre bei ihr bin, hat sich alles recht gut eingerenkt. Wir drei: Mikosch, Joschi und ich können mittlerweile alle Drei ganz friedlich nebeneinander liegen. Der Kater liebt mich immer noch nicht - leider - aber er toleriert mich und findet vieles, was ich mache, ganz interessant. Nachts schlafe ich mit ihm im Bett von der Birgit. Die Birgit sagt, daß ich mir mittlerweile die Herrschaft über diese Wohnung erobert hätte. Da mag was dran sein. Man sieht mir das nicht wirklich an, weil ich recht klein bin, aber ich bin und bleibe eine kleine Kampfkatze (keine böse, eine liebe!)

Sonntag, 21. Oktober 2007

Ich bin die Joschi


Hallo, ich bin die Joschi!
Ich bin also die Schwester von Mikosch, der sich als erstes hier vorgestellt hat. Mein Bruder stielt mir oft ziemlich die Schau, er klebt den ganzen Tag an "unserer Mama", der Birgit. Dauernd quengelt er, daß er auf den Schoß darf, gestreichelt wird, nachts auf jeden Fall den besten Platz im Bett bekommt und dieses furchtbare Geschreie wegen seinem Schinken, das geht uns allen total auf den Geist.
Deshalb habe ich mich immer mehr zurückgezogen, suche mir schöne, ruhige, gemütliche Plätzchen, wo mich keiner stört und wo ich nicht dauernd vom Mikosch und der Roma genervt werde. Die Birgit sagt manchmal zu mir, daß ich eine "Zicke" wäre, wenn ich mit ihr verstecken spiele oder wenn ich sie etwas an der Nase rumführe bevor ich mich streicheln lasse. Ihr macht es ja auch Spaß, wenn sie manchmal die Leute ärgern kann, warum soll ich das dann nicht dürfen?!
Am liebsten liege ich am Fenster und schaue raus. Da brauch ich auch kein "Fensterfernsehprogramm", ich finde alles toll, was da unten vor sich geht. Zur Zeit haben sich Raben in unserer Straße eingenistet, die würde ich echt gern aufscheuchen. Nicht fressen, einfach nur ein bißchen jagen. Fliegen und Motten fangen, das mache ich ebenfalls total gern.
Der Mikosch und ich, wir waren ja in diesem Tierheim in Bottrop. Da wollte uns irgendwie keiner haben - bis die Birgit dann kam. Sie wollte eigentlich zwei Kater haben und dachte auch erst, daß ich eine Kater wäre, weil das so in meinem Impfpaß gestanden hat. Sie hat dann immer von Zeit zu Zeit meinen Schwanz hochgehoben und geschaut, ob da noch was wächst - der Tierarzt hat ihr dann erklärt, daß ich wohl ein Mädchen wäre. Fand sie genauso gut und Joschi paßt ja auch zu einer Katze.
In den ersten Wochen bin ich sehr krank geworden. Mein Bruder hat sehr viel Angst um mich gehabt, war immer an meiner Seite und die Birgit, die hat mir tage- und nächtelang Wasser und Fressen mit einer kleinen Spritze gegeben, damit es mir wieder besser geht. Sie hatte sehr viel Angst, daß ich ihr genauso sterbe wie die beiden kleinen Kätzchen, die sie davor hatte und die sie einschläfern lassen mußte. Ich hatte glücklicherweise nur eine sehr schwere Grippe, nichts Unheilbares. Bin fast zwei Wochen gelegen und konnte dann kaum gehen, mußte viel getragen werden, weil ich immer wieder umgefallen bin. Ich finde, ich habe mich dann doch noch ganz gut entwickelt.
Mein Bruder ist ein "Frustpisser". Das heißt, daß er zuweilen schon mal einfach irgendwo hinpinkelt, wenn ihm irgendwas nicht paßt, wenn er sich ärgert oder auch Angst hat. Manchmal ist unsere Birgit ja krank, ist länger weg im Krankenhaus und da vermißt er sie unheimlich und hat auch Angst, daß sie vielleicht mal nicht mehr zurückkommen könnte. Aber sie hat uns mal versprochen, daß sie immer zurückkommt und wir uns keine Sorgen machen sollen. Hat sie bisher immer gehalten, drum bin ich zwar auch immer sehr traurig, aber ich weiß, sie kommt wieder. Vor allem aber waren wir ja nie allein, sie hat nette Leute/Freunde gehabt, die auf uns aufgepaßt haben.
Die "kleine" Roma, die mag ich eigentlich schon. Als sie vor zwei Jahren zu uns kam, da hat sie mir schon irgendwie leid getan. Sie hatte schließlich auch keine Mama mehr und ist so gequält worden. Begeistert war ich nicht, daß jetzt noch eine Katze bei uns lebt, aber nach einer Weile habe ich gemerkt, daß sich für den Mikosch und für mich nicht dadurch ändert. Die Birgit hat sich genauso wie sonst um uns gekümmert und drum hab ich die Kleine irgendwann neben mir liegen lassen und auch mit ihr gespielt. Allerdings hat sie nach einiger Zeit immer darum kämpfen wollen, wer von uns die Stärkere ist. Am Anfang hab ich das noch mitgemacht, jetzt hab ich da keine Lust mehr drauf und lasse sie in dem Glauben, daß sie jetzt die "Herrscherin dieser Wohnung" ist.
Was ich jetzt, hier in München, ja richtig toll finde ist der Balkon. Wir müssen leider nochmal umziehen, aber die Birgit hat uns versprochen, daß wir wieder ins Freie (mit Gitter) dürfen. Mal abwarten!

Montag, 15. Oktober 2007

Ich bin der Mikosch


Hallo, ich bin der MIKOSCH!!

Ich bin ein roter Kater - wie man sieht - und wohne zur Zeit mit drei Frauen (!!) in so einer Art "betreutes Wohnen". Das heißt, daß die Joschi, die Roma und ich, daß wir unser Frauchen, die Birgit, schon irgendwie "betreuen" müssen, sonst wäre sie ziemlich verloren - ohne uns. In diesem Jahr bin ich sieben Jahre alt geworden, meine Schwester Joschi auch, aber die stellt sich ein ander Mal vor. Es gibt da noch so einen Katzennachzügler, das ist die Roma. Die hat die Birgit vor gut zwei Jahren von einem Urlaub in Rom mitgebracht. Mit Engelszungen wollte sie mir diese kleine Kampfkatze als armes, gequältes Wesen unterjubeln - war sie wahrscheinlich auch - aber wer wurde denn in der ersten Zeit gequält? Na ich und auch meine Schwester. Und wie die Birgit oft ausgesehen hat: total zerkratzt, verbissen. Sowas würde ich niemals machen! Kratzen und Beißen. Eigentlich hat es gut ein Jahr lang nur nach Definfektionsspray gestunken, weil mein Frauchen immer nur Wunden von Roma an sich versorgt hat.
Die Joschi und ich, wir sind Abessiner-Hauskatzenmischlinge. Von den Abessinern haben wir die größeren Ohren und die langen Pfoten. Drum kommen wir auch überall hoch. Eigentlich verstehe ich die Birgit oft nicht. Da zeige ich ihr, wie viel Kraft ich habe und schleppe den ganzen schweren 4 kg-Wassernapf durch die Wohnung und sie schimpft. Ich mache mir schon selbst die Kühlschranktür auf, suche meinen Schinken, weil oft gibt sie mir nur so ein winziges Stückchen. Und was passiert? Statt gelobt zu werden, daß sie weniger Arbeit hätte, klebt sie den Kühlschrank mit Klebeband zu. Es gibt eigentlich ziemlich viele solcher Situationen, in denen sie mich überhaupt nicht versteht.
Guuut, oft versteht sie mich auch, dann kuschle ich mich in ihren Arm oder auf meinen Lieblingsplatz: Birgits Bauch.
Irgendwie ist sie sowas wie eine Mama für mich. Ich hatte furchtbar Angst in dem Tierheim, hab mich nur versteckt. Wollte nie wieder rauskommen. Die ersten Tage bei der Birgit hab ich mich nur unter einem Rattanbänkchen versteckt. Die Birgit hat mir wirklich stundenlang gut zugeredet. Nach drei Tagen bin ich rausgekrochen, hab mich kurz an ihren Arm gedrückt und dachte mir: Gut, versuch ich es halt mit ihr! Sie hat uns immer wieder ganz tolle Sachen zum Klettern und Toben gebaut - in unserer Wohnung in Essen. (Im Moment sind wir in München - quasi auf längere Ferien) Birgit hat mir auch beigebracht wie man Mäuschen (aus Fell) jagt und meine Schwester, die Joschi, die hat sie auch wieder gesund gemacht. Die wäre fast gestorben.
Ein bißchen nutze ich es schon aus, daß ich hier der einzige Mann bin. Und Schreien kann ich ganz lange und fast ohne Luft zu holen. Wenn ich irgendwas von der Birgit will oder möchte, daß sie was mit mir macht, dann schreie ich oft auch eine ganze Stunde lang. Irgendwann wird ihr mein Miauen zu viel und sie gibt nach.
Jetzt, z. B. will ich langsam ins Bett und werde sie gaaanz oft von hinten antippen, damit sie es auch versteht - Menschen sind halt oft nicht so ganz die Hellsten!